Eigene Karten erstellen

Aktionskarten sind Stadtpläne bzw. Landkarten, die hilfreich für die Orientierung bei politischen Aktionen im öffentlichen Raum sind – z.B. bei Demos und Blockaden gegen Naziaufmärsche. Sie zeigen die Straßen und Anlaufpunkte der Umgebung solcher Aktionen und helfen damit auch ortsunkundigen Menschen, sich zurecht zu finden.

Informationen, die auf Aktionskarten zu finden sein können, sind vor allem:

  • Die Straßen, Wege sowie Straßennamen im Umfeld des Aktionsortes, aber auch Wasser- und Grünflächen, Bahnstrecken usw. Manchmal kann es sinnvoll sein, den abgebildeten Kartenausschnitt großzügig auszuwählen, also auch das weitere Umfeld abzubilden, falls sich Aktionen dorthin verlagern könnten (veränderte Demorouten, Umgehen von Polizeiketten und Absperrungen…)

  • Bahnhöfe sowie U- und S-Bahn-Stationen, evtl. auch Haltestellen von Straßenbahn- oder Buslinien

  • Symbole/Markierungen der Aktionsorte. Dazu zählen vor allem Demorouten, Kundgebungs- und Infopunkte, evtl. auch Anlauf- oder Sammelpunkte, manchmal aber auch Standorte von wichtigen Gebäuden, Aktionscamps oder Voküs. Die Markierungen sollten erklärt bzw. beschriftet werden, also vor allem, was an diesem Ort stattfindet und evtl. auch, in welchem Zeitraum (z.B. „Auftaktkundgebung ab 13 Uhr“)

  • Informationen zur Orientierung, beispielsweise die Umrisse von Gebäuden, der Standorte von Kirchen und anderen markanten Gebäuden oder die Bezeichnung von Plätzen und Parks

  • nützliche Infrastrukturen wie Apotheken, Krankenhäuser, öffentliche Toiletten oder Supermärke

Weiterhin ist es praktisch, wenn diese Dinge auf der Karte enthalten sind:

  • Telefonnummern für EA, Infotelefon, Demosanitäter*innen etc.

  • Adressen von Livetickern, Twitter und anderen Infokanälen (bei größeren Aktionen z.B. Aktionsradios und deren Frequenz, Sendezeiten, Livestreams)

  • ein Gitternetz im „Schachbrettstil“, um einen Ort schnell finden und benennen zu können (z.B. „Blockadepunkt bei D5“). Gibt es während der Aktionen Liveticker-/Infostrukturen, sollten diese wenn möglich diese Koordinaten berücksichtigen, z.B. „12:32 Uhr: 200 Leute blockieren die Kreuzung Annenstraße/Lindenallee (D5)“. (Verschiedene Gitternetze für A4-, A3- und A2-Formate könnt ihr hier herunterladen.)

  • Maßstab/Entfernungsangaben (und Nordpfeil :), um abschätzen zu können, wie weit die Orte auf der Karte voneinander entfernt sind und wie lange beispielsweise der Fußweg dorthin dauert.

Um eine Aktionskarte für eine bestimmte Veranstaltung, Demo oder Aktion zur Verfügung zu stellen, braucht es also:


1. eine Kartengrundlage …die eigentliche „Landkarte“; leider meist gar nicht so einfach zu bekommen, wie es vielleicht scheint,
2. ein Layout bzw. eine Bearbeitung …für diese Kartengrundlage, üblicherweise mit Hilfe eines Grafikprogramms, um alle Infos darzustellen, ein Gitternetz einzufügen usw.,
3. einen Drucker …oder etwas Geld, um die Karte für die Nutzung und Verteilung auf der Straße zu drucken bzw. drucken zu lassen und andere Veröffentlichungsmöglichkeiten, z.B. im Internet.

Bei Klick auf die ersten beiden Kapitel gibt es mehr Infos zu den einzelnen Punkten. Beispielhafte Aktionskarten sind im Kartenarchiv zu finden.

Vor dem Kartenerstellen sollte darüber nachgedacht werden, ob wirklich eine Aktionskarte notwenig ist bzw. in welchem Verhältnis der Aufwand für die Kartenerstellung zum eigentlichen Nutzen für die Aktion steht! Bei „normalen“ Demos oder kleineren Aktionen ist die dafür notwendige Arbeit und das Geld, Papier usw. für den Druck vielleicht woanders besser aufgehoben. Möglicherweise bringt die Karte auch gar nichts, weil keine spontane Raumorientierung notwendig ist. Geht es „nur“ um einen bestimmten Weg, z.B. die Route zu einer Aktion oder der Nachhauseweg von einer Abschlusskundgebung zum Bahnhof, reichen vielleicht auch Durchsagen vom Lauti oder kleine Zettelchen mit Wegbeschreibung oder -skizze.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.